Pferde-Heilpraktiker aus Gelsenkirchen
Das Berufsbild Hufheilpraktiker

 

Seit einigen tausend Jahren stehen Pferde im Dienst der Menschheit. Unser heutiger Fortschritt sähe ohne die Hilfe ihrer Kraft und Schnelligkeit deutlich anders aus. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dieser prächtigen Geschöpfe, sei es als Reittier, als Lastenträger, als Zug- oder Kriegsgerät prägten das Leben und Arbeiten unserer Ahnen.

 

Im Leben unserer heutigen Pferde spielte bisher der Spaßfaktor für den Menschen eine große Rolle. Immer mehr Pferdehalter verändern allerdings ihre Einstellung und erkennen ihr Tier als Mitgeschöpf an. Sie bewegen sich weg von der Funktion des Pferdes als Sportgerät, hin zum Partner Pferd und übernehmen Verantwortung für dessen Wohlergehen und demzufolge, sein artgerechtes Leben. Genau jene Menschen, die diese neue Partnerschaft erkannt haben und danach handeln, sprechen wir mit unserer ganzheitlichen Methode an. Diese Methode umfasst, die der Natur nachempfundene Bearbeitung der Pferdehufe, artgerechte Haltung und pferdegerechten Einsatz und führt so zu langer Leistungsfähigkeit.

 


1. Situation der Pferde

Die besondere Bedeutung gesunder Hufe: Diese waren und sind für das Fluchttier Pferd  seit jeher Grundvoraussetzung für ein langes Pferdeleben. Sie dienen nicht nur der Fortbewegung, sondern heute wissen wir, dass der Hufmechanismus einen untrennbaren Bestandteil des Blutpumpen- und des Stossdämpfungssystems im Pferdeorganismus darstellt. Die gängige Praxis, diesen Mechanismus durch künstlichen Hufschutz zu beeinträchtigen, greift massiv in die Evolution der lebenserhaltenden Abläufe ein. Vor allem der praktizierte Beschlag mit Eisen, beschränkt und unterbindet die übergreifenden Körperfunktionen der Hufe. Dieser Umstand darf keinesfalls isoliert betrachtet werden. Leider sieht es in der Praxis anders aus.

 

Über fünfzig Prozent der diagnostizierten Erkrankungen sind Lahmheiten. In den häufigsten Fällen liegt die Haupt- oder zumindest Mitursache für die auftretenden Probleme in den Hufen bzw. den, diese einengende Beschläge. Vorliegende Tatsache ist entweder gar nicht bekannt oder wird zugunsten einer in der Regel zwar schnellen aber vergleichsweise nur kurz währenden Beschwerdefreiheit ignoriert. Diese Zusammenhänge außeracht zu lassen bedeutet für viele Pferde den vorzeitigen Tod. Will man, nach einer individuellen Umstellungsphase in der es durchaus zu einer Erstverschlechterung kommen kann, ein gesundes Pferd erhalten, müssen die Eisen immer sofort abgenommen werden. Bedauerlicherweise scheint es einfacher, sich anhand unterschiedlichster Beschläge, für kurzfristig positive Ergebnisse zu entscheiden. Denn, werden nur die Symptome unterdrückt ohne dabei die Ursachen zu beseitigen, kann zwar kurzzeitig gebessert, aber nicht geheilt werden.

 

So erklärt sich auch das durchschnittliche Alter, von nur wenig mehr als 7 Jahren bei Sportpferden. Aber auch Freizeit- und Arbeitspferde erreichen, bei voller Leistungsfähigkeit, selten ihre natürliche Lebenserwartung von über 30 Jahren. Die Aufgabe von verantwortungsvollen Hufheilpraktikern besteht darin, mit ihrer fachlichen Kompetenz und ihrem handwerklichen Können, diesen Teufelskreis dauerhaft zu unterbrechen. Haben Sie Freude daran, für viele Pferde die Weichen für ein langes gesundes und leistungsfreudiges Leben zu stellen, wo sich Pferd und Besitzer gleichermaßen wohlfühlen? Dann haben Sie im Hufheilpraktiker nach Dr. Strasser den passenden Beruf gefunden.


2. Das Besondere an der Methode nach Dr. med. vet. Hiltrud Strasser

Der natürliche Abrieb bei wild lebenden Pferden bewirkt eine besondere Hufform. Oberste Prämisse meiner Methode: diesen Abrieb, der Pferden in menschlicher Obhut meist fehlt, durch entsprechende Hufbearbeitung nachzuempfinden. Derart geformte Hufe zeichnen sich durch beste Hornqualität aus und brauchen keinen Eisenschutz. Dadurch ermöglichen wir die freie Einwirkung der unbeschlagenen Hufe auf übergreifende Körperfunktionen und demzufolge auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Equiden. Darüber hinaus beziehen wir die Haltung, Ernährung, Umgang und Reitweise in unsere Diagnose mit ein. Krankmachende Ursachen, sowohl am Pferd selbst, als auch in seiner Umgebung und im täglichen Umgang müssen erkannt und weitgehend beseitigt werden. Erst dann können Selbstheilungskräfte aktiv unterstützen und die Krankheitssymptome allmählich zum Abklingen bringen. Dieses umfassende Wissen wird von uns in die Praxis umgesetzt.

Das Pferd entwickelte sich in 60 Millionen Jahren, unter härtesten Bedingungen, zu einem ausgefeilten, exakt funktionierenden Organismus. Eingriffe des Menschen, insbesondere durch künstlichen Schutz (Beschlag, Aufstallung etc.), wirkten sich langfristig betrachtet stets negativ auf seine Gesundheit aus. Die besondere Widerstandsfähigkeit und robuste Gesundheit heute noch wild lebender Pferde bestätigen dies. Diese Tatsache ist unsere Triebfeder und schlägt sich in unserer Methode nieder.

 

Zufällige Beobachtungen an robust lebenden Pferden legten den Grundstein zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Pferdehufe. Seit 1978 erforschte die Tierärztin Dr. med. vet. Hiltrud Strasser die Zusammenhänge von Hufgesundheit, Hufformen und Haltungsbedingungen. Auffallend war die grundsätzliche Übereinstimmung der spezifischen Form von gesunden Hufen mit der Hufform von wild lebenden Pferden. Darüber hinaus erkannte sie den eklatanten Einfluss von Haltungsbedingungen domestizierter Pferde auf die Ergebnisse. Die daraus folgend entwickelte „Methode nach Dr. Strasser“, die ich weiterentwickelt habe, beinhaltet in erster Linie: physiologische Hufbearbeitung, die sich an der Hufform orientiert, die Wildpferde durch den natürlichen Abrieb erhalten sowie artgerechte Haltung. Diese Kombination ermöglicht optimale Ergebnisse.

 

Wir studierten historisches Wissen aus der Literatur und ergänzten dieses mit eigenen Erkenntnissen.

Diese natürliche ganzheitliche Methode, die grundsätzlich die Abnahme der Hufeisen nach sich zieht, wird von uns konsequent umgesetzt.. Ebenso wird sie an verschiedenen Hufkliniken seit vielen Jahren mit großem Erfolg praktiziert. Unzählige Pferdepatienten konnten geheilt werden.

Mit meiner Methode habe ich bereits viele Pferde geheilt, die schulmedizinsich bereits „abgeschrieben“ waren..

Besser als jede Heilung ist jedoch die Prävention. Werden Pferde von Anfang an nach den ganzheitlichen Gesichtspunkten gefütter und gehalten, entstehen diese herkömmlichen Beeinträchtigungen und Probleme des Bewegungsapparates gar nicht erst.

 

Grundvoraussetzung sind die typische Hufbearbeitung und der permanente Verzicht von Hufeisen jeglicher Art. Darauf aufbauend lassen sich, wie bereits erwähnt, allerdings nur dann optimale Ergebnisse erreichen, wenn die Haltungsbedingungen des Pferdes, dessen Selbstheilungskräfte aktivieren können. Das bedeutet, einen Tagesablauf zu ermöglichen, der den arttypischen Bedürfnissen gerecht wird. Durchdachte Offenstallhaltung ermöglicht die wichtige Bewegungsfreiheit nahezu am besten. Pferde in freier Wildbahn beschäftigen sich z. B. pro Tag etwa 16 Stunden mit der Futteraufnahme und bewegen sich dabei im langsamen Schritttempo fort,. Diese gleichmäßige Bewegung unterstützt den Hufmechanismus und wirkt so kontinuierlich auf den Pferdeorganismus ein. Sie hält den Kreislauf im Fluss und verhindert dadurch viele Krankheiten, vor allem die des Bewegungsapparates.

 

Bei Pferden mit Bewegungsmangel – das heißt Boxenhaltung, eine Stunde reiten pro Tag oder stundenweise Paddock- oder Koppelgang - ist dieser Fluss blockiert. Das für Pferde unnatürliche Verhältnis von kurzzeitig hohen Leistungen und langen Ruhephasen strapaziert den Organismus erheblich, es verhindert die gleichmäßige Durchblutung und führt langfristig zu schweren Schäden. Ebenso kennt das Fluchttier Pferd keinen Tag- und Nachtschlafrhythmus und braucht des weiteren für ein intaktes Immunsystem und sein Wohlbefinden, den ständigen Wechsel von Umweltreizen wie Sonne, Wind, Regen, Wärme, Kälte sowie viel frische Luft für seine empfindlichen Atmungsorgane. Pferden in Boxenaufstallung, mit nur einigen Stunden Auslauf, werden diese Grundbedürfnisse verwehrt. Hierzu zählen darüber hinaus für das Herdentier Pferd auch der direkte soziale Kontakt zu seinen Artgenossen, auch hier heißt die Lösung Offenstall.

 

Fazit: Offenstallhaltung, mit großzügigem 24 Stunden Auslauf und Wahlfreiheit für drinnen oder draußen sowie mit aufeinander abgestimmten kleinen Gruppen, kommt diesen artbedingten Bedürfnissen am nächsten.

 

Anfängliche Widerstände von Stallbesitzern, bezüglich Realisierbarkeit und Kosten, können objektiv gesehen meist ausgeräumt werden. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass sich selbst in den konventionellen Ställen, mit etwas gutem Willen, eine deutliche Verbesserung der Lebensbedingungen der Pferde, überwiegend mit zumutbarem Aufwand, bewerkstelligen lässt. Die Hauptbarriere ist sicherlich im Kopf der Reiter und Stallbesitzer zu überwinden, die naturgemäß eher an Gewohntem festhalten. Bei mangelnder Einsicht muss zur Gesunderhaltung oder Genesung jedoch ein schneller Stallwechsel vollzogen, beziehungsweise der vorübergehende Aufenthalt in der Hufklinik angeraten werden.

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Keinesfalls dürfen bei der Betrachtung der Lebenssituation der Pferde folgende Umstände außer Acht gelassen werden, die ebenso Niederschlag in meiner Methode finden.

 

• die angemessene Fütterung

• Umgang mit dem Partner Pferd und nicht zuletzt

• die Reitweise.

 

Zur Fütterung zählen: sauberes Futter/ bodennah, das heißt rückenschonend aufnehmen zu können, stressfreie Futteraufnahme auch für rangniedere Pferde und sinnvolle Gabe von Basis-, Zusatz- und Ergänzungsfutter.

 

Wir beziehen die markanten Einflüsse des partnerschaftlichen Umgangs mit dem Pferd, zum Beispiel die Erkenntnisse der Lehre nach Parelli mit ein. Sie sind ebenso, wie eine rücken- und gelenkschonende Reitweise, wie sie unter anderem bereits von Rolf Becher gelehrt wurde, wesentlicher Bestandteil von freudiger Leistungsbereitschaft und von Höchstleistungen in allen reiterlichen Disziplinen.

 

Mittlerweile findet eine wissenschaftlich fundierte Hufbearbeitungstechnik und die in diesem Zusammenhang geforderten Haltungs- und Reitbedingungen internationalen Anklang.

Dieses Wissen vermittle ich seit einigen Jahren in meinen Seminaren. .

 

Die Quintessenz aus der „meinerMethode:

• Grundsätzlich ohne Beschlag: Rückkehr zur ursprünglichen Hufform der wild lebenden Pferde.

 

• Ganzheitliche Betrachtungsweise von Krankheitssymptomen: Wir diagnostizieren Abweichungen in Haltung, Stellung, Verhalten, Körperfunktionen und in der Umwelt der Pferde

• Aktivieren der Selbstheilungskräfte: Mittels geeigneter Hufbearbeitung, Haltungsbedingungen und Behandlungsmethoden .

• 24 Stunden uneingeschränkte Bewegungsmöglichkeit im Freien

 

Letztendlich führte gerade unsere, in Fachkreisen kontrovers diskutierte, kompromisslose Umsetzung dieser Erkenntnisse zum weltweiten Erfolg der ganzheitlichen Methode. Unzählige Pferde, mit teils schweren Schäden, die herkömmlich als unheilbar gelten, wurden geheilt und bestätigen dieses rigorose Vorgehen.

 

Idealerweise werden unsere Erkenntnisse jedoch bereits präventiv angewandt, um unnötiges Leid der Pferde und hohe Kosten für den Besitzer erst gar nicht entstehen zu lassen

 




artgerecht gehaltene Pferde. Bild von Jennifer Kosmalla

3. Die Rolle des Hufheilpraktikers (HHP)

Der Hufheilpraktiker (HHP) wird meist erst dann kontaktiert wenn bereits eine mehr oder weniger lange Leidensgeschichte von Pferd und oft auch Besitzer vorausgegangen war. Jetzt beginnt die wichtige Aufgabe durch umfassende und ehrliche Information und überzeugende wissenschaftlich fundierte Argumente die Einsicht und Bereitschaft für die erforderlichen langfristigen Veränderungen zu erlangen.

gegenseitigesVertrauen muss aufgebaut werden. Der Hufheilpraktiker und der Pferdebesitzer müssen insbeondere am Anfang der Behandlung im ständigen Dialog stehen.  Nur wenn hier eine solide, auf Vertrauenden besierende Zusammenarbeit entsteht, kann dem Pferd geholfen werden.

Schwerpunkt der eigentlichen Arbeit liegt dann in der ganzheitlichen Heilbehandlung erkrankter Hufe. Die Hufbearbeitung nach der meiner Methode ermöglicht es, sowohl die Hufe gesund zu erhalten als auch als unheilbar geltende Erkrankungen wie Hufrehe und Hufrollenentzündung zu heilen. Oft entstehen Erkrankungen des Bewegungsapparates und der Hufe auch durch Probleme in anderen  Körperregionen. Umgekehrt treten durch Huf- und Beinerkrankungen ebenso Folgeprobleme an anderen Stellen im Körper (Rücken, Leber, Nieren, Zähne etc.) auf. Demzufolge ist es für den verantwortungsbewussten HHP selbstverständlich,  je nach Situation, die Hinzuziehung weiterer Spezialisten wie zum Beispiel Physiotherapeuten, Osteopathen, Homöopathen, APM-Therapeuten etc. zu empfehlen, um gemeinsam schneller den gewünschten Heilerfolg zu erzielen.

 

Dieses von sichtbarem Erfolg begleitete sinnvolle Betätigungsfeld, führt zu einem höchst befriedigenden und abwechslungsreichen Arbeitstag. Viele Pferde gelten, nach den herkömmlichen Methoden behandelt, als „Todeskandidaten“.  Diese Tiere erlangen durch unsere zielorientierte ganzheitliche Behandlung und das ungebrochene Vertrauen in diese Methode, sowohl der HHP als auch der Pferdehalter, ein lebenswertes artgerechtes Dasein. Sie bereiten ihren Menschen noch lange Jahre viel Freude durch ihre Leistungsbereitschaft und wiedererlangte Belastbarkeit. Nach unseren Erkenntnissen behandelte und gehaltene Pferde, sind nach einer individuellen Umstellungsphase, ohne Hufschutz wieder voll einsetzbar. Durch die fundierte Ausbildung zum HHP bestens vorbereitet, müssen Fehlstellungen, Gangunreinheiten, Probleme der Hufbeinaufhängung, Hufkapseldeformationen erkannt, die Ursachen analysiert und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. HHP tragen maßgeblich zum Wohl und zur Gesundheit ihrer zwei- und vierbeinigen Kunden bei.

 

 


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Letztes Update: 22.Apr.2010